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Letzte Änderung:
02.12.2015, 00:58

Hasenbergl

Vorwort
Es gab in der Bundesrepublik nach dem II. Weltkrieg keinen anderen Stadtteil, dessen Ruf bis zur Jahrtausendwende so negativ durch Presseberichterstattung und amtliche Diskriminierung bestimmt wurde, wie der des Münchner Hasenbergls.
An diesem "Rufmord" des Stadtteils Hasenbergl und ihrer Bewohner waren sowohl lokale als auch überregionale, Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften, Fernsehsender, Behörden und Institutionen beteiligt.

Hauptursache war die Übertragung des ungerechtfertigt schlechten Rufes des "Lager Frauenholz" aus der Zeit nach 1953 sowie davor des DP-Lagers Schleißheim (Feldmoching) (DP = Displaced Persons), der sich sowohl auf das Lager Frauenholz und später auf das Hasenbergl übertrug.

Das führte u.a. dazu, dass sich die Bewohner des Viertels bei Nachfrage nach Ihrem Wohnort verleugneten und häufig Feldmoching als Wohnort angaben. Die politischen, behördlichen und Presseverantwortlichen von den 50er bis in die 90er Jahre haben diesen Zustand der Diskriminierung hingenommen und z.T. aktiv befördert.
Trotz anderslautender Fakten stand die Sensationslust der Presse und die Unwissenheit aber auch Profilsucht mancher Beamten und Politiker im Vordergrund. Die Politik stand damals diesem "Phänomen Hasenbergl" hilflos gegenüber. Die bei Festreden vielseits beschworene "liberalitas Bavarie" wurde hier zur "Hure", die Solidarität der Stadtgesellschaft war per se aufgekündigt.

Aber: Zu oft wurde vergessen, dass der Bau des Hasenbergls dem politischen Ziel folgte, für kinderreiche Familien und "sozial Schwache" bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Diese Tatsache sollte ebenfalls bei der Beurteilung der Großsiedlung "Am Hasenbergl" nicht vergessen werden.

Trotzdem: Das Hasenbergl war und ist für die Bewohner immer auch Heimat und ein lebens- und liebenswertes Stadtviertel.

Das Hasenbergl
Geologisch gesehen ist das Hasenbergl die einzige Erhebung in der Münchner Schotterebene. Etwa 8 Meter hoch reichte es von der heutigen Dülfer- bis zur Aschenbrennerstraße. Für die Feldmochinger Kinder war das Hasenbergl vor seiner Bebauung im Winter Ski- und Schlittenberg. Östlich wurde es durch die Linkstraße und westlich durch die Petrarcastraße begrenzt. Die Geschichte des Hasenbergls ist aber sehr viel älter als die der Großsiedlung "Am Hasenbergl", die erst am Ende der 1950er Jahre beginnt. Da wäre der ehemalige Pestfriedhof von Feldmoching (etwa 1632) bei der Flur "Rotes Kreuz", der an der Fortner-/Ecke Thelottstraße zu verorten ist. 1). "Der ursprüngliche Name der Bodenerhebung war Laimpichel (Lehmhügel). Als nach der Anlage des Schloßes Schleißheim das Gebiet, durch das der Weg von München zum Schloß führte, für Hege und Jagd von Kaninchen und Hasen diente, bürgerte sich Küniglberg (1753), Kaninchenberg (1812, 1852) und schließlich Hasenbergl ein." 2) Auf der topographischen Aufnahme von 1809 ist eine Hasenhütte,das "Dienstgebäude" des königlichen Wildhüters, eingezeichnet, die als Beispiel zur Anleitung der Landvermesser 1809 diente. 3)

 Im 19. Jh. gab es gegenüber dem heutigen "Lichtblickhaus" eine Schinderhütte ("Abdecker") mit Gaststätte, die um 1890 zum Wirtshaus Abdecker wurde. Später hatte die Wirtsfamilie Flaucher den Betrieb übernommen. Etwa ab 1920 existierte eine Gärtnerei und Baumschule. In der Weimarer Republik wurde das Gebiet als Truppenübungs- und Exerzierplatz der Reichswehr genutzt. Mit Einrichtung der fliegertechnischen Schule 1937 auf dem Flugplatz Schleißheim, entstanden 1941 die Unterkunftsbaracken des späteren DP-Lagers Schleißheim (Feldmoching) und des Lagers Frauenholz. Während des II. Weltkrieges befand sich die Flakstellung 4/457 Hasenberg zwischen der Schleißheimer- und Ittlingerstraße (heute nördöstlich des "Einkaufszentrums". 4) Eine Gasbefüllungsanlage für Flugabwehrzeppeline befand sich bis zum Bau der drei Punkthochhäuser auf dem Hasenbergl.
Nach dem II. Weltkrieg hielten die US-Streitkräfte das Gebiet bis 1951 besetzt, danach diente es bis 1959 der US-Army und der Bundeswehr zu militärischen Übungszwecken.
Die Wohnungssituation nach 1945
Mit Kriegsende 1945 waren 45% aller Münchner Hochbauten zerstört, von ehemals 820.000 Einwohnern 265.000 Münchner obdachlos. Im Wohnbereich waren 82.000 Wohnungen oder 10.200 Gebäude zerstört, was 32% des Vorkriegsbestandes entsprach. Zusätzlich mußte die Unterbringung von Flüchtlingen, Heimatvertriebenen, DP (Displaced Persons) ehemaligen KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern von der Stadt gelöst werden. 5) Noch vor dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 weiteten sich die Probleme. Die nach München strömenden ostdeutschen Flüchtlinge mussten untergebracht werden. Die Stadt wirkte wie ein Magnet. Die Neuschaffung von Arbeitsstätten, Industrieansiedelungen, der Ausbau der Universität, bessere Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten waren nur einige Vorteile der Großstadt München, deren Einwohnerzahl ständig wuchs. 1959 wurde München "Millionenstadt". Etwa 18.000 Familien fristeten ihr
Dasein in menschenunwürdigen Notwohnungen, Behelfsunterkünften, Gartenlauben oder Kellerwohnungen. 6)
Um diesen Wohnungsproblemen Herr zu werden, reiste eine Abordnung des Münchner Stadtrates nach Bonn, um mit Bundesbauminister Lücke Lösungswege zu diskutieren. Grundlegend war zu entscheiden, ob man die Wohnungsnot in München über eine Trabantenstadt oder eine Stadtrandsiedlung lösen wollte. Man war sich zunächst im Münchner Stadtrat nicht sicher, ob eine Trabantenstadt die Lösung der Wohnungsprobleme sicherte, entschied sich aber letzlich aus Kostengründen das Hasenbergl als Stadtrandsiedlung zu konzipieren.
Selbsthilfesiedlung am Hasenbergl


Von 1952 bis 1956 entstand südlich des Hasenbergl eine Eigenheim-Siedlung, die sog. Selbsthilfesiedlung Hasenbergl. Der Bau der Siedlung wurde seitens der Stadt München als Gegenstück zu den sog. "wilden Siedlungen" vorangetrieben und gefördert. Zwischen Schleißheimer, Weitl-, Reschreiter- und Dülferstraße entstanden 104 Häuschen. Es handelte sich um Doppelhaus- und kleine, sowie große Einzelhaustypen mit steilem Satteldach mit 47 bis 61m² Wohnfläche. Die Häuser waren nicht für Einheimische bestimmt. Vorwiegend städt. Arbeiter und Angestellte (vorwiegend Städtisch) wohnten in den beiden Siedlungen. 7) Die Eigenkapitalleistung konnte in Form eigener Arbeitsleistung bis maximal 30% erbracht erbracht werden. Die Stundenleistung der Vollhandwerker wurde mit 100%, die von Beamten und Angestelltenmit nur 70% bewertet.

Die Belegung der Häuser sollte im Losverfahren bestimmt werden. Doch dazu kam es nicht: Die Siedler einigten sich vorher.

Eine weitere Eigenheimsiedlung entstand ab 1961 zwischen Ittlinger-, Weitl-, Riemerschmid- und Dülferstraße mit 86 Häuschen. Eine dritte geplante Siedlung wurde nicht mehr erbaut. 8) Stattdessen entstand ab 1959 die "Großsiedlung am Hasenbergl".

Großwohnanlage "Am Hasenbergl"
Ende der 1950er Jahre warteten in München noch immer über 80.000 Familien und Geringverdiener auf bezahlbaren Wohnraum. Etwa 70.000 Wohnungen fehlten. Die Wartezeit auf eine Sozialwohnung in München betrug 1958 durchschnittlich 5 - 7 Jahre. Schon damals hatten Familien mit mehr als drei Kindern kaum Chancen auf dem Münchner Wohnungsmarkt. Viele Vermieter größerer Wohnungen lehnten es einfach ab, an diese Klientel zu vermieten. Allein in München gab es im Jahr 1958 noch über 5.000 Räumungsklagen. Die Liberalisierung des Wohnungsmarktes tat ihr übriges. Um die Wohnungsnot zu mildern, entschloss sich der Stadtrat 1958, mit die letzten vorhandenen gemeindlichen Grundstücksreserven mit familiengerechten und preiswerten Wohnraum zu bebauen. Am 14.4.1959 beschloß der Stadtrat den Bau der Großwohnanlage am Hasenbergl. 9)
Damit waren die Voraussetzungen für den Bau des Hasenbergls geschaffen worden. Sie ist keine "Trabantenstadt" sondern eine

"Stadtrandsiedlung". Im ersten Bauabschnitt (1960 - 1965) sollten zunächst Sozialwohnungen für kinderreiche Familien und Menschen mit geringem Einkommen, in einem zweiten (1965 - 1968) Wohnungen für Beamte und Angestellte gebaut werden. Der Maximalmietpreis pro m² sollte bei 1,50 DM liegen und auch für Geringverdiener erschwinglich bleiben. Bund; Land und Stadt sollten durch Bereitstellung zinsgünstiger Darlehen mithelfen, die Mieten möglichst gering zu halten.Insgesamt wurde die Stammsiedlung Hasenbergl in zwei Bauabschnitten erstellt, die man als südlich und nördlich der Dülferstraße unterteilen kann. 10)

Noch vor der Grundsteinlegung wurden im Oktober 1959 die  Der Grundstein befindet sich in einem externen Sockel vor der inzwischen abgerissenen Post unterhalb des Frühlingsangers und war 1965 von der Pferdeskulptur "Gebücktes Pferd" von Alexander Fischer bedeckt worden.

Die Bauabschnitte
Die Architekten Ernst Maria Lang, Helmut von Werz, Christian Ottow und Fritz Focke übernahmen für den ersten und zweiten Bauabschnitt der Siedlung die städtebauliche Gesamtplanung. Sie hatten sich vorher im Ausland Vorbilder angesehen. So war Ottow u.a. in Zürich und London gewesen und besuchte auch die Vororte Farsta und Vällingby in Schweden. Für die Planung der Grünanlagen konnte Fritz Reich gewonnen werden, der bereits die Parkstadt Bogenhausen entworfen hatte. 12) Ottow und Focke hatten bereits beim Bau der
"Parkstadt Bogenhausen" mitgearbeitet. Die Großsiedlung sollte in zwei Bauabschnitten erstellt werden.Der erste Bauabschnitt umfasste das Gebiet von der heutigen Dülferstraße nach Norden, der zweite Bauabschnitt das Gebiet südlich der Dülferstraße zwischen Reschreiter- und Ittlinger- bis zur Weitlstraße. Der dritte Bauabschnitt erfolgte von 1965 - 1967 und umfasst grob das Gebiet südlich der Dülfer- bis zur Gundermannstraße sowie Rainfarn- und Riemerschmidstraße (Hasenbergl-Süd).
Neue Standards im sozialen Wohnungsbau

Es ist in erster Linie der Persönlichkeit des Architekten Ernst Maria Lang zu verdanken, das die Wohnstandards im Hasenbergl für die Nachkriegszeit im sozialen Wohnungebau Münchens neu definiert wurden. 13) Er konnte sich in den innerstädtischen Gremien mit seinen Vorstellungen durchsetzen. Die 1 bis 4 Zimmerwohnungen waren zwischen 30 und 90m² groß und erhielten als Grundausstattung:
  • Zentralheizung (mit zentraler Warmwasserbereitung bzw. Elektroboiler)
  • im Bad Einbauwannen, Waschbecken, WC (Bei größeren Wohnungen getrennt)
  • in der Küche Doppelspülbecken, Speiseschränkchen, Elektromarkenherd mit Schnellkochplatten.
Die Wohnungen waren an die städtische Stromversorgung angeschlossen und mit nach Süden bzw. nach Westen ausgerichteten Balkonen und Loggien ausgestattet. Alle Bäder waren gefließt, die übrigen Räume mit Linolböden versehen. In den Kellern stand eine Gemeinschaftswaschmaschine, die über Wertmarken von den Mietern in Betrieb genommen werden konnte. Eine ausreichende Zahl von Spielplätzen sollte für die Kinder bereitgestellt werden. 14)

Drei Volksschulen (Petrarca-, Paulcke- und Ittlingerschule), sowie ein Freizeitheim an der Dülferstraße, zwei Kindertagesstätten (Petrarca- und Paulckestraße) und eine Mütterberatungsstelle, die an die Petrarcaschule angegliedert war, schienen den Planern für die Bedürfnisse der Bewohner ausreichend zu sein.

2 Kirchen (katholisch und evangelisch) am Stanigplatz sollten die religiösen Bedürfnisse der Anwohner zufriedenstellen. Desweiteren entstand eine Großtankstelle mit KfZ-Service an der Dülferstraße.

Postamt, Bankfilialen und andere Versorgungseinrichtungen waren im ersten Bauabschnitt auf fünf "Einkaufszentren" verteilt:

  • Stanigplatz: "EDEKA", Gaststätte, Schreib-/Spielwarenladen, Bank für Gemeinwirtschaft, Bäckereiverkaufsladen 
  • Link- Ecke Harpprechtstraße: "Spar", Trumpf-Pralinen, Textil-Faltin, Drogerie, Schreibwarenladen, Reinigung, Bäckerei
  • Dülfer- Ecke Blodigstraße: "COOP", Mathäser-Gaststätte mit Saal, Schuhreparatur, Stadtbibliothek, Fahrschule, Apotheke, Blumenladen, Sparkasse, Post
  • Aschenbrenner- Ecke Wintersteinstraße: "Mayer" später "DS" (Deutscher Supermarkt), Kant-Apotheke, Friseur, Gaststätte, Reinigung Würth
  • Reschreiterstraße: "Spar"

Ein im Prospekt der Neuen Heimat und in der Planung noch skizziertes Lichtspieltheater, das neben dem Einkaufszentrum an der Aschenbrennerstraße entstehen sollte, wurde nie gebaut, die Ansiedelung von Handwerksbetrieben in einem Handwerkerhof in der Max-Müllner-Straße war ebenfalls geplant, ist aber nie zur Ausführung gelangt. 15)

Bis 1965 errichteten sieben gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften, darunter Neue Heimat, Südhausbau, GWG und evangelisches Siedlungswerk (ESW) die Wohnungen. Etwa 18.000 Menschen, davon 1/3 Kinder, fanden hier eine neue Heimat. Die "Stammsiedlung" Hasenbergl umfasste etwa 5.600 Wohnungen, 50 Eigenheime und bestand zu 99% aus Sozialwohnungen. Vom 15.- 18.7.1965 wurde die Fertigstellung der Siedlung am Hasenbergl mit einem "Übergabefest" auf der Dülferwiese gefeiert. Der damals amtierende BA-Vorsitzende Rudolf Kühnel hatte innerhalb einer Woche eigens für die Bewohner auf der Panzerwiese ein Bürgerfest organisiert.

Erste Warnzeichen
Noch vor ihrer Fertigstellung beantragte die SPD-Stadtratsfraktion 1964 auf Grund der Übertragung des schlechten Rufes des Lagers Frauenholz eine Umbenennung des Hasenbergls in "Parksiedlung am Schleißheimer Forst" oder "Parksiedlung am Föhrenwald". Das Ansehen der Siedlung wurde nach Auffassung der Antragsteller von den Bewohnern als niedrig eingeschätzt. Hinzu kamen die gegenseitigen Ressentiments der Bewohner aus dem Lager Frauenholz und dem Hasenbergl. 16) Allerdings: Der Umbenennung wurde von den Hasenberglern eine Absage erteilt. Bereits 1970 wurden in einer Studie die fehlenden öffentliche Räume - also Plätze und Versammlungsorte - die der Begegnung dienen, bemängelt. 17) Schließlich waren die Wohnungen oft bei Übergabe bereits wieder überbelegt worden.

Ein 6-Personenhaushalt (2 Erwachsene und 4 Kinder) bewohnte 85 m² Wohnraum. In den gleichen Wohnungen wohnten aber auch oft 8 - 10 Personen.

Nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen gab es 43 Geschäfte für 18.000 Menschen. Bis dahin versorgten sich die Bewohner teilweise aus den Baukantinen zu völlig überteuerten Preisen mit Grundnahrungsmitteln. Die Pachtverträge in den "Einkaufszentren" sicherte den Geschäftsbetreibern für lange Jahre defacto eine Monopolstellung zu. Das machte das Leben auch nach Fertigstellung der Einkaufszentren für die Hasenbergler teuer. Erst mit der Öffnung des Euro-Industrieparks mit der Straßenbahnhaltestelle der Linie 8 1964 und von dort einer direkten Busverbindung zum Großmarkt "Profi-Kauf" (ein Gewerkschaftsunternehmen, das später an Jost Hurler verkauft und zu "SUMA" umbenannt wurde), war "Konkurrenz" entstanden. Die Schleißheimer Straße sollte später als Stadtautobahn ausgebaut werden. Die von der Stadt München unterschätzten Enteignungsprobleme ("Gärtnerei-Würbser") beim Bau der Schleißheimer Straße führten dazu, dass der gesamte Verkehr zunächst um das Grundstück herumgleitet werden musste und der weitere Ausbau verzögert wurde.

Die schulische Situation entwickelte sich katastrophal. Bis 1963 waren über 1.200 Kinder pro Schuljahr in der Grund- und Hauptschule an der Patrarcastraße untergebracht. Die Fertigstellung der Paulcke- und Ittlingerschule sorgte nur kurzfristig für Entlastung.

Der Ausbau der Linia 8 vom Harthof bis zum Goldschmiedplatz, die erstmals am 18.12.1964 bis ins Hasenbergl fuhr, verbesserte die Verkehrsanbindung an die Stadt. Es sollte allerdings noch bis November 1993 dauern, bis die U-Bahn an der Dülferstraße halten konnte. Von 1993 bis 1996 war der U-Bahnhof Dülferstraße Endstation der U2, seit Oktober 1996 ist dies Feldmoching. 18)

Hasenbergl-Nord

Das "städtische Wohnlager Frauenholz" diente seit dem Erwerb 1953 durch die Stadt München als Unterkunft für obdachlose Münchner. In diesem Wohnlager lebten bis zu 3.500 Menschen in Holz- und Steinbaracken, davon über die Hälfte Kinder. Die überwiegende Anzahl der vom Wohnungsamt eingewiesenen Bewohner des Frauenholz waren Zwangsgeräumt. § 31 des Mietrechts erlaubte die Zwangsräumung der Wohnung bereits bei Zahlungsverzug der Miete. 1953 waren in München etwa 7.000 Räumungsklagen anhängig. Am 11.07.1964 beschloß der Stadtrat die Auflösung des Lagers. Bis zum August 1964 wurden 310 Übergangsheime mit einfachen Wohnungen erstellt. Die Bautätigkeit dauerte bis zum Jahre 1971 an. "Faktoren, die zur Obdachlosigkeit führen, liegen wesentlich in wirtschaftlichen und sozialen, als gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: Niedrige berufliche Qualifikation, geringes Einkommen, Boden- und Mietrecht, Sanierungspolitik etc ... Abweichendes Verhalten ist in der Regel keine Ursache von Obdachlosigkeit sondern Resultat der Lebensbedingungen, denen Obdachlose in den Unterkünften ausgesetzt sind." 19)

Hasenbergl Süd

Im Süden wurde entlang von Rainfarnstraße, Riemerschmidstraße, Eduard-Spranger-Straße und Eberwurzstraße von der Neuen Heimat Bayern im 3. Bauabschnitt von 1965 bis 1968 die Wohnanlage Hasenbergl-Süd errichtet. Viele der rund 1.800 Wohnungen waren für Beamte mit niedrigem Einkommen bestimmt. Die Versorgung wurde mit dem Ladenzentrum Weitl-/ Ecke Rainfarnstraße sichergestellt. Dort befand sich u.a. eine Gaststätte, REWE-Markt, Zeitungsladen, Friseur und Bäckerei. Mit der Kirche St. Matthäus sollten die religiösen, mit der Eduard-Spranger-Schule die schulischen Bedürfnisse abgedeckt werden. In diesem Bereich wurde 1973 das Augustinum München Nord an der Weitlstraße mit öffentlich zugänglichem Theatersaal, Cafe und Schwimmbad erbaut. Daneben entstand an der Rainfarnstraße das Heilpädagogische Centrum Augustinum sowie eine Schule zur Förderung von geistig Behinderten. Architekten waren u.a. Ernst Hürlimann, Gordon Ludwig, Sepp Pogadl, Franz Raab und Hans Walter. 20)

Fehlplanungen und Mängel

Schulunterricht in der Petrarcaschule

Betrachtet man lediglich die organisatorischen Mängel an den Schulen am Hasenbergl, so konnte bis Mitte der 1970er Jahre von einem geordneten Schulunterricht nach damaligen Vorstellungen und Lehrplänen nicht gesprochen werden. Während der Aufbauphase der Siedlung wurden Wohnblöcke monatlich bezugsfertig. Bis 1963 wurden beinahe 1.200 Schüler pro Schuljahr an der Schule an der Petrarcastraße unterrichtet. Das bedeutete einen ständigen Zuwachs an Schülern in den Klassen und die Abhaltung von Schichtunterricht. Der Schulunterricht wurde nach "militärischen Gesichtspunkten" durchgeführt. Entsprechend unqualifiziert war die Lehrerschaft: Die hatte nur allzu oft mit "Notabitur" und 2-jähriger "pädagogischer Ausbildung" nach dem Krieg den Kasernenhof mit dem Zivilleben vertauscht. Der Rektor der Petrarcaschule Werner Höfer machte täglich von dem damals üblichen Züchtigungsrecht gegenüber Schülern per Hand oder per Stock ausgiebig Gebrauch. Auch seine Konrektorin Gegenfurtner war darin nicht zimperlich. Ein Lehrer Namens Arnold verlor eines Tages die Nerven und verprügelte einen 5-Klässler aus nichtigem Anlaß derart, dass dieser mit blutender Nase und gebrochenem Schlüsselbein nach Hause geschickt werden musste. Nur wenig später schwängerte er eine 14 jährige Schülerin. Dennoch verblieb er im Schuldienst. Disziplinierung über Einschüchterung und Verängstigung der Schüler waren die vorrangigen "Erziehungsziele". Der Religionsunterricht endete desöfteren mit einer "Bibelschlacht" an den Kopf des pädagogisch unbegabten Vikars Rau. So blieb es denn nicht aus, dass mißhandelte Schüler plötzlich gegen Lehrer zurückschlugen. Gewalt in Form der Prügelstrafe war zu dieser Zeit Erziehungsmethode und Teil des Schulunterrichts. Wehrte sich ein Schüler, wurde er von der Schule - in der Regel in die "Hilfsschule" verwiesen. Bis Ende der 60er Jahre waren Klassenverbände von über 50 Schülern der Normalfall.

Die Verherrlichung des Nationalsozialismus und des Krieges bei den Lehrern, die den Krieg selbst als Sodaten miterlebten war Unterrichtsbestandteil. So mussten sich die Schüler oft stundenlang die Kriegserlebnisse der Lehrer anhören. Schichtunterricht, d.h. Vor- und Nachmittagsunterricht an verschiedenen Schulen war die Regel. Rektor Werner Höfer leugnete vor den Schülern im Unterricht den Holocaust und wurde von der VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) zurechtgewiesen.

Werkunterricht fand an der "Rothpletzschule" am Hart statt, weil die Werkräume vor Ort überbelegt waren, Mathematik wurde teilweise an der Ittlingerschule unterrichtet. Schulleitung, Lehrer, Schüler und Eltern waren von der Situation ständig überfordert. 
Zu wenig Schulen, zu wenig Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte. Kulturelle Einrichtungen - sieht man von der Stadtteilbibiliothek einmal ab. Ein geplantes Kino wurde nie gebaut.

Die Menschen fühlten sich mit Ihren Problemen alleingelassen. Man war zwar Luftlinie nur 9 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, benötigte aber mit Bus und Straßenbahn für diese Entfernung Anfangs 1 Stunde Fahrzeit. In jedem Falle war man per Fahrrad, Auto oder Moped und manchmal auch zu Fuß schneller am Ziel. Nach dem Ausbau der Linie 8 dauert eine Fahrt zum Stachus im Regelfall immer noch 50 Minuten.

In einer Studie von 1970 zeigte sich, dass die kulturellen und sozialen Bedürfnisse der Hasenbergler von den Planern und der Politik nicht beachtet worden waren.

Für 1965: 30% der Bevölkerung waren jünger als 14 Jahre. Auf 1500 Kinder kamen 10 Krippenplatze, für 1700 Kinder standen 210 Hortplätze zur Verfügung. 86 Klassen wurden in 43 Klassenzimmern im Schichtunterricht "beschult". 21) Überfüllte Klassenzimmer in den Schulen mit Klassenstärken von 50 Kindern, einer Jugendfreizeiteinrichtung, die schlechte Verkehrsanbindung sowie die mangelhafte Ärzte- und Handwerkerversorgung waren bis Mitte der 70er Jahre für die Stadtteilsituation kennzeichnend. Ein "öffentlicher Platz" mit zentraler "Treffpunkt- und Kommunikationsfunktion" war nicht vorgesehen.

Die bekannten Zahlen hätten bereits die Politik alarmieren müssen. Doch nichts geschah. Im Hasenbergl hatte sich Ende der 60er Jahre die Stadtpolitik von der Wirklichkeit  entkoppelt. Die junge Bevölkerung stimmte deshalb mit den Füßen ab!  Die zu diesem Zeitpunkt immer noch chaotische Schulpolitik ging ausschließlich zu Lasten der Kinder der Abschlußjahrgänge zwischen 1961 und 1975. Hinzu kam die Stigmatisierung des Viertels durch die Berichterstattung einer von Sensationslust getriebenen Presse. Das Hasenbergl wurde bis Ende der 70er Jahre mit Kriminalität und "Asozialität" stigmatisiert.

So titelte der Münchner Merkur 1968: "Nicht Bayern, nicht Münchner - nur Hasenbergler". 1968 betitelte der Spiegel das Hasenbergl als die schlechteste Trabantenstadt Deutschland. Die Boulevardpresse verstand es sehr gut, schon bei Ereignissen in der Nähe des Münchner Nordens nur allzu gern alle Bewohner des Hasenbergls damit in Zusammenhang zu bringen und oft in die Nähe von Kriminellen und "Asozialen" zu rücken. Die Diskriminierungskampagne der Presse traf die Menschen hart. 22) Pfarrer Steiner bemerkte hierzu: "Beim Rufmord Hasenbergl geht es nicht um ein individuelles Problem, sondern um ein kollektives Verhängnis. Du brauchst in München nur das Wort Hasenbergl auszusprechen, schon verbindet der Gesprächspartner damit abträgliche Vorstellungen und gehässige Abwertungen." 23)

Zwar entwickelte sich das "Mathäser am Hasenbergl" zu einem "Begegnungszentrum", in dem Faschingsbälle und politische Versammlungen mit bis zu 1000 Teilnehmern stattfanden. doch die gravierenden Mängel blieben.

Anfang der 70er Jahre versorgten lediglich 9 Ärzte 18.000 Menschen. Während im städt. Durchschnitt pro Arzt 1.783 Patienten versorgt werden mussten, waren dies am Hasenbergl 2.600 Patienten pro Arzt. Selbst das Planungsreferat der Stadt konnte nur noch feststellen, das das Hasenbergl unterversorgt war. Zwar schuf die Landeshauptstadt München Modelleinrichtungen wie 1971 den 1. Abenteuerspielplatz Münchens oder die Gesamtschule München Nord (Willy-Brandt-Gesamtschule), die wirklich großen Probleme der Bewohner blieben unberücksichtigt. Es kam aber auch immer wieder zu heftig umstrittenen Entscheidungen. So protestierten 1971 im Hasenbergl-Süd die Anlieger vehement gegen eine geplante Freizeiteinrichtung ("Die Kiste").

Andererseits: Der Bau eines seit 1968 versprochenen "Bürgerzentrums" im Hasenbergl-Nord wurde mehrfach verschoben.1971 hatte es Pläne des Architekten Helmut Rixner gegeben, in der Siedlung ein neues Bürgerzentrum zu bauen. Entworfen war ein überdachter Marktplatz, ein Vergnügungspark, Ladenstraßen sowie ein Kulturhaus und ein Spielstubenbereich. Es kam nie zur Ausführung, da sich die Stadt München wegen der Olympischen Spiele finanziell verausgabt hatte.

Die Kirchen

Einen gewichtigen Betrag zum sozialen Leben leisteten und leisten die Kirchen. Aus dem Geist der Ökumene heraus wurden 1961 die evangelisch-lutherische Evangeliumskirche und die katholische Nikolauskirche zusammen am Stanigplatz errichtet. Das dichte Netz sozialer Einrichtungen und Hilfen ist vor allem dem "Sozialen Beratungsdienst am Hasenbergl e.V"., jetzt Diakonie München Nord, zu verdanken.

Eine Gruppe von sieben Personen unter der "Anführerschaft" von Pfarrer Otto Steiner entwickelte den ehrenamtlich tätigen "sozialen Beratungsdienst der Evangeliumskirche am Hasenbergl e.V.", der am 1. April 1964 gegründet wurde. Doch der Verein will sich zu Beginn nicht recht entwickeln und schreibt im 1. Jahr 1.700 Mark Verlust. Erst nach einer größeren Werbeaktion des Dekanatsbesucherdienstes kann der Verein 200 neue Mitglieder gewinnen und entwickelt sich.

Die Berater trafen sich jeden Freitag im Gemeindesaal, um den Fragen der Bewohner Antwort zu geben. Mit in der ersten Stunde dabei waren Rolf Witzel (Wohnungsangelegenheiten), Wilhelm Wagner (Entschädigung, Renten- und Krankenversicherung, Lohsteuerfragen), Walter Mai (Arbeits- und Sozialfragen), Werner Adolph (Arbeitsrecht, Lastenausgleich, Weiterbildung), Helmut Mächler (Schulberatung und Suchthilfe), Erich Richter ("Hilfe in allen

Lebenslagen"), Erich Wolfgardt (Wohngeld, Beihilfe, Rentenversicherung) und Hubert Schleiermacher (Sozialhilferecht). 25) Letztgenannter erkannte die Bedeutung des 1961 verabschiedeten Bundessozialhilfegesetzes, das den Kirchen und Wohlfahrtsverbänden Vorrang vor staatlicher und kommunaler Hilfe (Subsidiaritätsprinzip) eingeräumt hatte. 26)
Das Entwicklungskonzept Hasenbergl

Nach wie vor fehlten Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe. Um grundlegende Bedürfnisse zu decken, war für die Bewohner bis 2008 immer noch eine Fahrt in das Olympiaeinkaufszentrum oder in den Euro-Industriepark notwendig.

Ende der siebziger Jahre hatte im Hasenbergl vor allem durch die Jugend eine Abstimmung mit Füßen stattgefunden. Zwischen 1970 und 1986 verminderte sich die Bewohnerzahl in der Stammsiedlung von 17.356 auf 12.780, d.h. um 22%. Vor allem junge Menschen mit Anspruch auf mehr Wohnraum und dem Ziel unabhängig zu werden, zogen weg. Der Anteil der über 60-jährigen betrug 14%. Diese Entwicklung ging einher mit der Unterbelegung der Schulen. Zunehmende soziale Konflikte bedingt durch den Zuzug von Ausländern begünstigten die Wegzugsbewegung. Weiter wurde kritisiert, dass sich das Hasenbergl inmitten störender Einrichtungen befindet wie: Autobahn A99, der Flugplatz Oberschleißheim, Truppenübungsplätze, Industriegebiete oder der Mülldeponie Großlappen. Es wurde deshalb vorgeschlagen den Feldmochinger Anger als gliedernden Grünzug zu erhalten und nicht als Anbindung an die A99  zu verwenden. Die Schleißheimer Straße sollte zur Promenade umgebaut werden. Weiter sollten oberirdische Stellplätze in Tiefgaragen verlegt werden. 27)
Eine auf den Erkenntnissen des "Entwicklungskonzetes Hasenbergl" beruhender Maßnahmeplan sah vor:
  • Ergänzungsbauten auf Restflächen, versiegelten Stellplätzen und Garagenflächen
  • Verlegung ehemaliger Abstellflächen in Tiefgaragen
  • Erweiterung und "sinnvollere" Nutzung der Grünzüge
  • Schaffung eines einheitlichen Platzes an der Blodigstraße
  • Umgestaltung des Stanigplatzes zu einem "lebenden Platz"
  • Schaffung einer "Platzsituation" am Scheibenhochhaus Aschenbrennerstraße
  • Abbau von Architekturschranken
  • Bau eines neuen Stadtteilzentrums auf dem Dülferanger 28)

Im Rahmen des Entwicklungskonzeptes wurde ein Förderprogramm entwickelt, das junge Familien am Hasenbergl heimisch machen sollte. Im Zuge der sog. "Nachverdichtung" sollte damit zusätzlicher Wohnraum für junge Familien geschaffen werden. Die Idee: Autos von den Parkplätzen in die Tiefgaragen und Parkhäuser und Wohnungsbau auf den Parkplätzen. 1990 beschloß der Münchner Stadtrat die Vorschläge auf seine Sozialverträglichkeit zu prüfen. In der öffentlichen Diskussion wurde von den Bewohnern das geplante Einkaufszentrum auf dem Dülferanger abgelehnt und aus dem Konzept gestrichen. 29)

Soziale Stadt

Die Ideen des "Entwicklungskonzepts Hasenbergl" 1999 wurden später in das Programm "Soziale Stadt" aufgenommen, das vom Bund ins Leben gerufen wurde. Stadt und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf sollten danach gefördert werden. Das Programm "soziale Stadt" beruht im wesentlichen auf dem Entwicklungskonzept Hasenbergl. Das Hasenbergl wies danach wegen seiner "Sozialstruktur, des Arbeitsplatzangebotes  und des Ausbildungsniveaus der Bewohner ..., der Qualität des baulichen Bestandes, der Ausstattung mit sozialer und  kultureller Infrastruktur sowie des Zustandes des städtebaulichen Umfeldes so erhebliche Defizite .. (aus), dass zu deren Behebung eine besondere Förderung notwendig ist." 30)

Sanierungsziele waren die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Stadtteil: Plätze, Straße, Grün und Freiflächen sollten dementsprechend umgestaltet werden. Zusätzlich sollte das Wohnungsangebot  für unterschiedliche Einkommengruppen erweitert und verbessert werden. Die Optimierung von Geschäften, Bewohnertreffpunkten und die Einrichtung von Ausbildungs- und Arbeitsstätten waren weitere Ziele.

In drei Themengruppen wurden Konzepte zur Quartiersentwicklung erstellt und durchgeführt:

  1. Stadtteilversammlung
  2. Arbeitskreise
    - Gewerbe/Arbeit/Wohnen
    - Schule/Bildung
    - Stadtteilaktivitäten/Kultur/Gesundheit
    - Soziales
  3. Gründung eines Gewerbevereins

Besondere Projekte waren:

  • Marketingkonzept Ladenzentren
  • Wohnumfeldverbesserung
  • Neubau Altenservicezentrum, Kindergarten, Familien- und Altenwohnungen Dülfer-/Ittlingerstraße
  • Ergänzungsbauten Wohnnutzung im Bereich Dülfer-, Blodig-, Aschenbrenner- und Grohmannstraße
  • Wohnumfeldverbesserung Wintersteinstraße
  • Sanierung Vorplatz Grüß Gott Haus
Aktuell

Thesen zum Hasenbergl:

  1. Stadtrat und Stadtverwaltung haben nur für das Hasenbergl "Nachverdichtungsüberlegungen" angestellt. Andere Siedlungen in der Stadt  wie z.B. Fürstenried, konzeptionell identisch und nahezu zeitgleich gebaut, sind bisher von solchen "Überlegungen" verschont geblieben.
  2. Die Schaffung von Arbeitsplätzen im Siedlungsbereich wird auch heute nicht von der Landeshauptstadt ernsthaft  verfolgt.
  3. Im Münchner Norden hat die Stadt München durch die riesigen Gewerbebetriebe zwar viel Geld eingenommen, die sozialen Lasten den Bewohnern und insbesondere den Kindern aufgebürdet. Ein innerstädtischer "Lastenausgleich" ist hier vorzunehmen.
  4. Es gibt kaum eine "Stadtrandsiedlung" in München, die soviel Grün aufweist: in den Anlagen und zwischen den Häusern aber auch in der näheren Umgebung mit der Dreiseenplatte, dem Schloß Schleißheim, Olympiapark sowie der Naturschutzgebiete Schwarzhölz und Nordhaide, die aber auch zwischen störenden Einrichtungen zu leiden hat: Industriegebiete, A99 und Mülldeponie Großlappen.
  5. Bei aller Befürwortung von Sanierungstätigkeit und Nachverdichtung ist in der Stammsiedlung sehr darauf zu achten, daß die Siedlung nicht "kaputtsaniert" wird.
  6. Die Probleme des Hasenbergls lagen nie in der Art und Weise, wie das Viertel gebaut war. Das Hauptproblem lag in der Monostruktur der Belegungspraxis der Wohnungen durch die Sozialbehörden.
  7. Kennzeichen des Hasenbergls ist nach wie vor der Kinderreichtum sowie seine Integrationsfähigkeit.
  8. Das Hasenbergl hat in verkehrlicher Hinsicht seine Belastungsgrenze erreicht. Geplante Zugangsstraßen für BMW von der A99 über die Schleißheimer Straße sind daher abzulehnen. Stattdessen ist der Kreuzungsfreie Ausbau des Frankfurter Rings und der Ingolstädter Straße zu forcieren.

Fotos mit freundlicher Genehmigung: Stadtarchiv München, Augustinum, Klaus Mai, GWG-Archiv, Bau- und Planungsreferat, Luftbild Prugger, Kulturhistorischer Verein Feldmoching auf dem Gfild e.V.

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